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Mo 26.06. | 20.00 Uhr | Pavillon Herrengasse 8


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Vernissage Danijela Bagaric

GEZEICHNET!


Tradition ist das Thema meiner Arbeit. Die Erinnerung an meine Großmutter, die rein weiße, weitgeschnittene Kleider trug und tätowierte Hände hatte, weckte mein Interesse,  mich mit dieser Thematik intensiver zu beschäftigen. Meine Forschung brachte viele Erkenntnisse. Diese Tradition findet ihren Ursprung in der Zeit der osmanischen Herrschaft über Bosnien.  Die Tätowierung war mehr als eine Dekoration,  sie diente zur Identitätserkennung,  war ein  Zeichen der Zugehörigkeit. Die jungen katholischen Kinder - vor allem Mädchen - wurden ab dem 3. Lebensjahr bis zur Pubertät tätowiert,  um sie unter anderem vor Entführungen und Zwangsheirat zu schützen,  und um eine Konvertierung zum Islam zu verhindern. Die Tattoos wurden an sichtbaren Stellen wie Unterarmen, Händen, Fingern, Brust und Stirn gestochen. Auch wenn diese Tradition am Anfang sehr zweckgebunden war, setzte sie sich bis heute fort. Junge Mädchen verbinden Vergangenes mit dem Trend von Heute und drücken so ihre Zugehörigkeit aus und sehen dies, ähnlich wie es ihre Großmütter taten, als eine Art spirituellen Schutz. Traditionelles neu gestalten.

 

Gezeichnet, gebrandmarkt ein Leben lang, ist ein Objekt aus weißer Baumwolle und ähnelt von der Form her einem Kleid. Wie eine lange, nicht abnehmbare Schleppe fließt es weiter über den Boden. Dieses liegende Element ist mit verschiedenen Ornamenten in schwarzer Farbe bedruckt. Die strenge Anordnung der Ornamente assoziiert ein Ritual. Ein sich wiederholendes Muster, das wie ein Brandmal das makellose Weiß des Stoffes markiert.


Danijela Bagaric

2014

Kunstakademie /// Salzburg /// Stephan Fritsch

2015

Akademie der Bildenden Künste /// Kolbermoor /// Aleksandar Kolenc

seit Okt. 2015

Kunstuniversität  Linz /// Malerei und Grafik /// Ursula Hübner

 

Eintritt frei! 

 


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